Tempel der Entschleunigung

Im indischen Vana beweist ein Visionär, dass „Wellbeing“ mehr als ein Modewort ist: Von Heilkundigen umsorgt, fühlten wir inmitten paradiesischer Natur den Einklang von Körper und Seele

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Lebenskraft im „Fünf-Sterne-Ashram“ tanken?

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Seit drei Tagen arbeitet Asha an mir. Unter ihren Händen, die mich von Scheitel bis Sohle mit warmem Öl massieren, sinke ich jeden Morgen in eine befreiende Trance. Asha löst Anstrengung in Wohlbefinden auf, sogar die Last meiner Marathonsitzungen am Computer nimmt sie mir von den Schultern. „It‘s better now, can you feel?“, fragt sie, als ihre Handballen weich über Muskeln gleiten, die am ersten Tag noch hart wie das Joch eines Ochsen waren. „Mhm“, brumme ich aus meiner Tiefenentspannung heraus. Ashas Abhyanga-Massage ist nur eine der Wohltaten im nordindischen Vana. „Vana“ heißt Wald, und mit Blick in diesen Wald aus Salbäumen, durch dessen Kronendach die Sonne in langen Strahlen fällt, verbringen wir eine Woche „Detox“-Urlaub.

Star-Architektur zwischen Duftoasen und Bio-Gärten

Der Ort unweit der Grenze zu Nepal ist für Menschen, die Heilung und Erholung suchen, wie geschaffen. Ayurveda, Yoga, tibetische und chinesische Medizin gehen hier gemeinsam mit indischer Gastfreundschaft eine einzigartige Verbindung ein. 85 000 Quadratmeter misst das Areal am Fuße des Himalayas, zwölf Fußballfelder. Zwischen Mango- und Litschibäumen blühen wilde Orchideen, statt kunstvoll arrangierter Blumenbeete ziehen die Gärtner Biogemüse und pflanzen kleine Duftoasen voller Basilikum, Thymian und Minze. In die Vegetation schmiegen sich die für indische Verhältnisse ungewöhnlich puristischen Bauten des mallorquinischen Stararchitekten Antoni Esteva, mit 86 hochmodernen Zimmern und Suiten sowie vier Villen.

Ein Tag für Körper und Seele

Mein Tag beginnt um 7.30 Uhr auf einer blauen Matte. Vor mir im Yogapavillon steht Aashish Nanda wie angewurzelt auf einem Bein und zeigt mir den „Baum“. Meiner schwankt wie Bambus im Wind, doch Aashish bringt mich rasch ins Lot. Ich lerne Aufrichtung, fließende Atmung und endlose Dehnung (und absolviere, seit ich wieder zuhause bin, tatsächlich morgens ein Yoga-Kurzprogramm). Um zehn Uhr konsultiere ich Dr. Avilochan. Schon sein Urgroßvater war Ayurveda-Gelehrter. Der freundliche Mediziner trägt zur weißen Kurta einen dunkelroten Turban. Seine Pulsdiagnose rührt mich zu Tränen. Als er die Finger von meinem Handgelenk nimmt, weiß er mehr über meinen Körper und mich als mein Hausarzt nach zehn Jahren. Singh legt mir einen entfernten Bekannten ans Herz: meinen Magen. Ich erfahre, wann er welche Nahrung verträgt, in welcher Menge und Temperatur. Zur Asketin will der Inder mit dem gemütlichen Bauch mich gottlob nicht erziehen, und seine Spezialität, eine Panchakarma-Kur, die durch Fasten, Abführen, Einläufe und Ölbehandlungen den Körper von Altlasten des Stoffwechsels befreien soll, verordnet er mir auch nicht. Sie dauert mindestens zwei Wochen.

Vana ist ein Fünf-Sterne-Ashram

Vana ein Spa zu nennen wäre wie vom Taj Mahal als Sommerhaus zu sprechen, schreibt das britische Reisemagazin „Condé Nast Traveller“. Auch „Wellnessklinik“ oder „Luxus-Resort“ trifft es meines Erachtens nicht. „Fünf-Sterne-Ashram“ passt besser: Rückzug, Loslassen vom Gewohnten, gesünder werden, das alles auf High-End-Niveau, darum geht es hier. Das Konzept stammt von einem jungen Mann, der für Rückzug momentan keine Zeit hat. Ist der Lieferant mit den Feuerschalen da? Sind die Hartholzböden fertig versiegelt, die Balkone, Pools, Behandlungsräume gut beleuchtet? Fünf Jahre lang hat Veer Singh das Pionierprojekt seiner Firma „Vana Retreats“ vorbereitet, da soll jetzt nichts mehr schiefgehen. Der 30-Jährige aus New Delhi hat Physik in London studiert, war Biofarmer in Indien und Spanien. Beides sensibilisierte ihn für die Verletzlichkeit unseres Ökosystems. Als ihn seine Familie mit einem Resort-Konzept für Vana beauftragte, war das sein „Wink des Schicksals“, wie er sagt. Denn „Wellbeing“ ist für den Veganer kein touristisches Profitmodell, sondern ein Lebensgrundsatz, den er mit anderen teilen will: In Vana atmet man kristallklare Himalaya-Luft, schläft in biologischer Bettwäsche und erlebt ein Gesundheitsprogramm, das einem auf Leib und Seele geschneidert wird. Hier sollen Menschen ganz mit sich und der Natur ins Reine kommen können.
So hochkarätig wie der Anspruch sind die Experten, die ihn umsetzen. Dr. Sonam Oshoe zum Beispiel, Wissenschaftlerin am Institut für Tibetische Medizin des Dalai Lama in Dharamshala, hat extra für Vana ein Heilkonzept entwickelt. Die mit Ayurveda verwandten Anwendungen, teilweise von leisen buddhistischen Gebeten begleitet, wirken ergreifend liebevoll. Oder Jitendra Uniyal, Doktor der Traditionellen Chinesischen Medizin. Nach 20 Jahren Praxis auf drei Kontinenten hat er es in der Akupunktur so weit gebracht, dass er sogar mich bekehrt. Man muss dazu erwähnen, ich hasse Akupunktur. Dennoch halte ich es jeden Nachmittag auf seiner Liege aus, gespickt mit zwei Dutzend Nadeln und guten Ratschlägen zur Stärkung der Lebenskraft, und weiß, zuhause werde ich es vermissen. Nur als der Arzt auf einigen Nadeln watteartige Büschel aus getrocknetem Beifuß abbrennt, rumpelt kurz mein Puls. Übrigens ist auch Uniyal ein Meister der Pulsdiagnose. Mein Begleiter, durch und durch Rationalist, war bei ihm, und glaubt nun beinah, wie soll ich sagen… an Geister. Als wir am letzten Abend beim praktisch ungewürzten Detox-Dinner mit Basilikumwasser anstoßen, kommen wir uns so gesund und aufgeräumt vor wie schon lange nicht mehr. Unser Körper hat sich in nur einer Woche von Grund auf erholt, selbst der Kopf fühlt sich nun an wie frühjahrsgeputzt. Respekt, Herr Singh, Ihr Konzept ist toll!

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