Safari für die Augen

Namibia ist anders.

Wer durch das Land fährt, erlebt eine Safari für die Augen. Namibia is different.

Unberührte Landschaften, die sich mehrmals am Tag für den Betrachter umziehen, ein Defilee des Lichts unter einem unendlichen Himmel. Morgens wabert ein Meer weißer Watte über dem Boden, nachmittags dehnt sich zu allen Seiten ein See hellgelber Vanillesoße aus, endlose Sandlandschaften, im Süden und im Norden locken Dünen in tiefstem Orange, an der Skelettküste dann wieder Vanilleschaum in zartem Gelb. Mittendrin wie gemalt eine stattliche Oryx-Antilope. „Augen“-Blicke, die unter die Haut gehen.

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Kilometer von der Stadt entfernt sind Sie allein, keine anderen Menschen, keine anderen Autos. Gepflegte Schotterpiste, grenzenlose Landschaft. Spätestens jetzt legen Sie den Rest Alltag ab, der im Koffer mitgereist ist.

Die Berge nehmen gegen Süden ab, die Sanddünen zu. Die sanften Kurven werden Kilometer im Voraus angekündigt, scharfe Kurven gibt es nicht. Schilder warnen vor Sand (gibt es praktisch überall, im Auto auf der Konsole, den Kleidern und im Gepäck) und vor Giraffen (zwei Stück in einem Bereich von 81.000 Hektar). Sicht drei Kilometer.

Back to earth atmosphere

Eine beschauliche Reise an ein Ende der Welt, denn ab der Abfahrt nach Wolwedans geht es dann noch einmal 20 Kilometer durch die endlose Weite der Namib Rand Nature Reserve (200.000 Hektar). Und jetzt: keine Zivilisation, kein künstliches Licht, absolute Stille, nur die Laute der Natur. Stattdessen endlose Dünen, deren Rücken sich wie bizarre lebende Skulpturen täglich verändern, Betten unterm Sternenhimmel des Südens, ein paar wenige sehr private offene Chalets, gemütliche Zelte und eine ‚back to earth atmosphere’.

Wolwedans ist ein Naturschutzgebiet mit 1.720 Quadratkilometern Fläche und insgesamt 22 Suiten in vier Lodges. Teilt man das Ganze und setzt volle Belegung voraus, hat jeder Gast 400 Quadratkilometer Privatsphäre. Ambitioniert und garantiert paparazzi-freie Zone.

Wolwedans ist keine Durchgangsstation für eine Nacht. Es ist ein Platz zum Ankommen und Verweilen. Leger und bodenständig mit rustikalem Schick. Ein Ort für aufgeschlossene Naturliebhaber, für Individualisten, die ein einzigartiges Wüstenerlebnis fernab ausgetrampelter Pfade suchen. Außerdem ist das private Reservat Heimat vieler Tiere: Gemsböcke, Oryx, Springböcke, Strauße, Zebras und putziger Mungos. Kaum jemand kommt wegen der Tiere, sondern wegen der atemberaubenden Landschaft und der Abgeschiedenheit. Wer die Weite von oben erleben will, fährt Heißluftballon über den Dünen. Spielt der Wind mit, dehnt sich die Wüste in unendlicher Stille.

Sonnenuntergänge über der Etosha Pfanne

Genau entgegengesetzt, also von Windhoek Richtung Norden, liegt die berühmte Etosha Pfanne. Einst ein riesiger See, ist sie jetzt eine über 6.000 Quadratkilometer große Kalk- und Salzpfanne mit gigantischem Tierbestand. Oryx und Kuhantilopen, Zebras und Wildschweine, Elefanten und Nashörner, die großen Katzen – Wildbeobachtung im großen Stil. Bei guter Regenzeit läuft die Pfanne auch schon einmal knöcheltief voll und dann färbt sie sich quasi pink mit Tausenden von Flamingos. Im Park selbst gibt es ein paar ‚staatliche’ Camps im guten 3-Sterne Bereich, um den Park herum ein paar ausgefallene Locations neueren Datums. Hinter Namen wie Mushara Outpost oder Onguma verbergen sich kleine Designertempel mit wenigen, sehr aufwändig gestalteten Zelten und Chalets. Onguma Fort ist eine Mischung aus Marrakesch, Indien und, klar, Namibia, mit 3-D Kino von der eigenen Terrasse auf die Sonnenuntergänge über der Etosha Pfanne.

Weiter geht die Reise ins abgelegene Kaokoveld im wildesten und unberührtesten Nordwesten Namibias. Berührt war allerdings eine Dame aus der Mailänder Modeszene. Sie setzte mit der Okahirongo Elephant Lodge ein dickes Ausrufezeichen mitten in die dramatische Inszenierung roter Erde und bizarrer Berge. Die acht Suiten sind wie übergroße Bauhauswürfel aus Lehm in Ocker, Mais und Sand komplett in die Natur eingepasst. Afrikanische und indische Accessoires treffsicher arrangiert mit bestem italienischen Stil – die Lodge ist eine Hymne auf den guten Geschmack. Mit etwas Glück lassen sich die Bewohner der Wüste blicken. Plötzlich sieht man Elefanten und Löwen. Hier ist es ein Leichtes die Seele baumeln zu lassen, kombiniert mit gutem Essen und einer Portion Paradies – Genuss pur.

Ein Mekka für Landschaftsfotografen

Namibia grenzt im Norden an Angola, und im letzten Zipfel liegt das Hartmanntal mitten in der unendlichen Namib. Hier landet Ihr kleines Sportflugzeug, von oben sieht das dann aus wie eine Minimurmel in einem überdimensionalen Sandkasten. Weit und breit dehnt sich das Nichts aus – keine Straße, keine Menschen, kein Laut. Stattdessen eine surreale Landschaft, Schatten und Licht inszenieren sich selbst – Farben und Formen der Sandlandschaften, massiven Dünen und imposanten Gebirgszüge am Horizont – ein Mekka für Landschaftsfotografen.

Die natürliche Grenze zu Angola ist der Kunene-Fluss, der mitten in eine der trockensten Wüsten der Welt eine tiefgrüne Schneise schlägt. Direkt an seinen Stromschnellen liegt die Serra Cafema Lodge – unerwartet, unüblich und ungeheuer gut. Versteckt unter den grünen Baumwipfeln kommen hier maximal 16 Gäste in acht luxuriösen Zelten mit Strohdächern unter, und in den Genuss, sich nachts von dem sanften Gurgeln des Flusses in den Schlaf wiegen zu lassen. Ein unvermutet romantischer Ort, touristisch ein weißer Fleck, ein Tipp für Insider.

Und doch auch hier Adrenalin pur, die imposanten Dünen sind nämlich nicht nur fantastisch anzuschauen, sondern perfekt zum Quadfahren. Egal ob schon einmal ausprobiert oder blutiger Neueinsteiger, die ersten zehn Minuten bleibt einem fast das Herz stehen, oben auf der Dünenkante, Blick steil runter, gefühlte 180 Grad, mindestens 180 Puls. Danach packt es einen und man möchte gar nicht mehr aufhören. Zwischendurch ein kühles Bad im glasklaren Wasser des Kunene-Flusses unter Palmen in einer kleinen Bucht. Die Krokodile? Sind groß und gehen an der Stelle entweder zu Fuß über Land oder schießen in der Stromschnelle an der Bucht vorbei. Das können Sie dann zu Hause erzählen, dann haben Ihre Zuhörer auch etwas vom Adrenalin.

„Unzivilisiert“, entspannt zufrieden, nackt und lustig

Eine halbe Stunde von der Lodge entfernt gibt es ein einsames Himba-Dorf. Die Himbas sind wohl die letzten echten Nomaden Afrikas, leben mit Ziegen und Hunden und wenigen Hütten wie vor Hunderten von Jahren. Die Ankunft der Quads und der handvoll Touristen interessiert sie wenig, freundliches Hallo und dann wird die Pfeife weitergeraucht und miteinander gestikuliert. Alle nackt mit kleinem Lendenschurz, eingefettet mit einer Creme aus Butterfett, Ockerfarbe und dem aromatischen Harz des Omuzumba-Strauchs. Das entspricht nicht nur ihrem Schönheitsideal, sondern schützt auch noch gegen die pralle Sonne und die Fliegen. Die Kleinen spielen wie alle Kinder auf der Welt in dem Alter. Das Einzige, was nicht passt ist der Fußball von Bayern München, der gehört irgendwie nicht hierher. Auch die angebotenen Kunstarbeiten machen ein bisschen nachdenklich. Kann man und soll man die Zivilisation aufhalten? Ohne klare Antwort aber mit der Gewissheit, daß es hier noch eine ganze Weile so „unzivilisiert“, entspannt zufrieden, nackt und lustig sein wird, steigt man wieder auf sein Wüstenmobil.

Am Abend sitzt man ziemlich ausgepowert aber ganz zufrieden auf dem Holzdeck, die rechte Hand vibriert noch vom Gasgeben, vor den Augen immer noch das wechselnde Licht über den Dünen und Bergkämmen, ein weicher, süffiger Shiraz aus Südafrika oder gar aus dem nahen Neuras, wo der frühere Shell-Manager Alan Walkden-Davis Wein in der Namib anbaut. Dazu Käse, in den Ohren das Säuseln des Flusses, gegenüber Angola, drumrum Sand. Jetzt wird die Frage nach der Zivilisation ein Thema für die Philosophen.

Heute gibt es für alles eine Bestenliste wie: „1000 places to see before you die“ oder „40 trips to change your world“. Wir führen keine ‚Hotlists’, aber Namibia verdient unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Es ist unkommerziell, bietet den Augen unwahrscheinliche Schönheit und die Namibianer sind erfrischend anders, offen, bodenständig, wenig glamourös. Einen Satz werden Sie immer wieder hören: „Wir machen einen Plan“ – und das tun sie auch, persönlich für Sie, damit Sie dieses wunderbare Land von seiner schönsten und charmantesten Seite kennenlernen. Auf nach Namibia!