Andalusischer Superlativ

Größer als das Fürstentum Monaco, schöner als die Konkurrenz und famos gemanagt: Die Finca Cortesin ist das beste Ferienresort an der Costa del Sol

Ferienresort Lounge - Entspannen mit C&M Travel Design

Der Poll der Ferienreorts Finca Cortesin. Sonne pur mit C&M Reise

Die Costa del Sol kämpft seit vielen Jahren um ihr Image. Eine Medaille mit zwei Seiten: Bettenburgen wie Torremolinos zünden an ihren Strandpromenaden ein Spaßfeuerwerk für Massen. Beim Nachbarn Marbella, der Badewanne des internationalen Jetsets, flottieren große Fünf-Sterne-Resorts neben teuren Beachclubs. Seit vor fünf Jahren in den Hof der Finca Cortesin die erste Gästelimousine rollte, scheint das Licht der Costa del Sol wieder heller. Das Hotel zwischen Marbella und Sotogrande beschert nicht nur der Sonnenküste ein Upgrade, es ist eines der wenigen anspruchsvollen Ferienresorts in ganz Europa. Das Anwesen im andalusischen Stil wurde in den Hügeln von Casares neu erbaut – mit so viel Sinn für Tradition, dass man sich in einem hundertjährigen Landgut wähnt. 350 Millionen Euro investierte das Familienunternehmen Single Home in sein Prestigeobjekt.

Die Finca Cortesin beansprucht mehr Land als das Fürstentum Monaco

Die blütenweiße, von Ziegeln beschirmte Kulisse wurde mit antiken Fliesen und Flügeltüren, historischer Kunst und maurischen Handwerksschätzen belebt. Man läuft über Treppen, Höfe und Terrassen von Trakt zu Trakt und spaziert durch einen Kreuzgang mit geschnitzten Holzdecken, in dessen Mitte ein Steinbrunnen plätschert. Die Finca Cortesin beansprucht mehr Land als das Fürstentum Monaco. Viel Auslauf für ein Hotel mit 67 Suiten und vier Villen. Die Großzügigkeit beginnt in der kleinsten Wohneinheit – 52 Quadratmeter, King-Size-Marmorbad, Gärtchen – und steigert sich über Suiten mit Pool und Meerblick bis zur Familienvilla auf 225 Quadratmetern. Die Innendesigner waren umtriebig: In den Suiten gibt ein Mix aus Salon und Landhausmoderne den Ton an, im Rest des Hotels setzen Antiquitäten aus Klöstern und Herrenhäusern von Belgien bis Portugal die Akzente. Da hängen museale Gobelins hinter der Rezeption, machen klassizistische Bücherschränke in der „Blue Bar“ eine gute Figur, dekorieren alte Kupferkasserolen den Frühstücksraum. Nach dem Bummel durch die palastartigen Dimensionen laden Ruheorte ein: Soll man zwischen marokkanischen Buntglaslaternen auf einen roten Samtsessel sinken und in den Palmenhof schauen? Einen Mokka in die biblisch stille Bibliothek oder zum Panoramaausguck der Open-Air-Lounge bestellen? Vielleicht zeigt die Uhr aber auch schon Dinner-Zeit.

Von iberischen Trüffeln bis hin zu japanischem Kabuki Raw

Lutz Bösing managt die komplette Gastronomie der Finca, und das „El Jardín de Lutz“ ist seine Kür. Während die Gäste unter knorrigen Olivenbäumen Andalusiens Abendwärme aufsaugen, hobelt der Deutsche iberische Trüffel und erfindet das Kalbsfilet neu – Spanienküche auf Bestniveau. Exotik serviert dagegen das japanische „Kabuki Raw“, klassisch italienisch kocht das „Don Giovanni“. Viel zu schnell verfliegen die Tage in der Finca Cortesin. Nach dem Frühstück à la carte locken die Pools. Der größte, 50 Meter lang, ist Erwachsenen vorbehalten, ein etwas kleinerer Familien. Liegen und Tagesbetten unter Palmen säumen in loser Folge die Schwimmbecken. Selbst Gäste, die erst Tennis spielen oder im Gym waren, finden noch friedliche Plätze. Steht die Sonne am höchsten, empfiehlt sich eine Siesta mit Massage im asiatisch anmutenden Spa. Sommerurlauber ziehen den Saunen und Dampfbädern dort wohl einen Besuch am Nordpol vor: Der Frischekick in der ersten hochmodernen Schneekabine in Spanien macht rosige Wangen.
Denselben Effekt hat eine Ballsportart mit langer Tradition. „Costa del Golf“ nennt mancher die Sonnenküste, die Platzauswahl ist beträchtlich. Cabell B. Robinson gestaltete die 18-Loch-Anlage auf dem Gelände der Finca. Der Schöpfer von Spielbahnen wie Aphrodite Hills auf Zypern hat ein anspruchsvolles Werk hinterlassen. Drei Mal in Folge war der Platz Austragungsort der World Match Play Championship. Einschüchtern sollte das nicht. Die Instruktoren der angegliederten Golfakademie heißen in ihren Stunden auch Menschen willkommen, denen man den Unterschied zwischen Green und Fairway erklären muss. Das ganze Ferienresort ist von dieser Willkommensatmosphäre durchdrungen. Als hätte eine gute Fee ihre Aura verströmt, versehen Pagen, Chauffeure, Rezeptionisten ihren Dienst mit bezaubernder Freundlichkeit. Bis in den Beachclub reicht diese Kultur. Nach nur fünf Minuten Fahrt hält der Wagen vor einem weißen Holztor. Dahinter breitet das Mittelmeer seine blaue Bühne aus, am Pool liegen weiße Polster unter Strohschirmen. Man bohrt die Zehen in den Sand und folgt der Nase zum Seafood-Grill. Hexerei, wie gut der Seehecht schmeckt, den die Kellnerin nach wenigen Minuten bringt. Trotz der bemerkenswerten Ruhe aller ist „Warten“ ein Fremdwort hier. Der Gast lehnt sich zurück und denkt: Hier will ich bleiben. Ein großer Heimvorteil für die Finca Cortesin.